Die Schwangerschaft mit Tilda

Als ich das erste Mal zum Arzt ging, war ich bereits in SSW (Schwangerschaftswoche) 8+6. Ich wollte sichergehen, dass man das Herzchen schon schlagen sehen würde, wenn ich das erste Mal den Arzt aufsuche. Und siehe da – das Herzchen schlug ganz kräftig. Zu diesem Zeitpunkt hatte mich die Schwangerschaftsübelkeit voll im Griff. Das war anstrengend, aber meine zwei Kinder waren bereits groß und ich arbeitete nicht mehr als 3,4 Mal die Woche. So war es gut auszuhalten.

In der 12. SSW ließ ich die Nackenfaltenmessung und das Organsreening durchführen. Während der Untersuchung wurden keine Auffälligkeiten gefunden. Allerdings erhielt ich ein paar Tage später einen Anruf von meinem Frauenarzt, dass das Ergebnis der Nackentransparenz, dem dazugehörigen Organscreening und meinem Blutbild für mein Alter nicht optimal sei und er mir zu einem Preanatest raten würde, um sicherzustellen, dass das Kind gesund ist. Der Test sollte 745€ kosten. Ich erzählte meinem Mann davon und wir entschlossen, den Test machen zu lassen. Er birgt keine Risiken für Mutter und Kind. Ich ging also zum Arzt und ließ den Bluttest durchführen. Ca. 10 Tage später rief ich in der Praxis an und wurde mit einer Vertretungsärztin verbunden. Sie teilte mir mit, dass ich ein gesundes Kind erwarten würde, denn die Trisomien 13, 18 und 21 konnten ausgeschlossen werden. Sie fragte mich außerdem, ob ich das Geschlecht wissen möchte. Was ich nach kurzem Zögern bejahte. „Sie bekommen ein gesundes Mädchen“, sagte die Ärztin am anderen Ende. Ich weiß noch, dass es mir in dem Moment seltsam vorkam, dass die Ärztin sagte, dass das Kind gesund sei. Woher wollte sie das wissen, es wurden doch lediglich ein paar Krankheiten ausgeschlossen?! Sie konnte doch gar nicht wissen, ob mein Kind nicht eine der anderen vielen Krankheiten haben könnte, die der Test gar nicht in der Lage ist zu erfassen. Ich erinnere mich noch so genau an dieses Telefonat und ich erinnere mich auch, dass ich es mit einem unguten Gefühl beendete. Heute wünschte ich, die Ärztin hätte recht behalten.

In der 13. SSW hatte ich eine starke Blutung und bin deshalb sofort zum Arzt. Ich landete wieder bei einer Vertretungsärztin. Sie untersuchte mich und konnte sofort feststellen, dass das Herz noch kräftig am Schlagen war, sie könne mir aber nicht versprechen, wie sich die Schwangerschaft in den nächsten Tagen entwickeln würde. Es könne sein, dass die Blutung von meiner Plazenta preavia (eine Plazenta die vor dem inneren Muttermund liegt) kommt, die ich zu diesem Zeitpunkt noch hatte. Sie schickte mich nach Hause und sagte mir, dass ich mich erstmal schonen solle. Die Blutungen hielten drei Tage an und verschwanden dann komplett. Und ich fühlte mich gut. Heute frage ich mich oft, ob die Blutung schon ein Alarmzeichen meines Körpers war. Vielleicht hat mein Körper gespürt, dass sie krank ist und deshalb versucht, sie abzustoßen.

In der 28. SSW hatte ich das Gefühl, Fruchtwasser zu verlieren und bin deshalb mit meinem Mann ins Krankenhaus. Ein Fruchtwassertest konnte bestätigen, dass es kein Blasensprung war, das CTG zeichnete allerdings eine leichte, aber regelmäßige Wehentätigkeit auf. Auch diesmal wurde ich mit dem Vorschlag, ein bisschen Ruhe einkehren zu lassen, nach Hause geschickt. Und auch diesmal fühlte ich mich sehr gut. Ich konnte nicht mehr arbeiten, das war das einzige, was mich belastete. Aber das nahm ich gerne in Kauf für mein kleines Mädchen.

Die Schwangerschaft verlief ansonsten völlig ohne Komplikationen.

 

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